Es gibt eine Anekdote aus den frühen Tagen der NASA. Demnach ist Präsident Kennedy in Cape Canaveral zu Gast und trifft auf einen Mann der einen Besen in der Hand hält und fegt. Kennedy fragt ihn ‚Was machen Sie da?‘ und der Mann antwortet ‚Herr Präsident, ich helfe dabei einen Mann auf den Mond zu bringen!‘. Ob diese Geschichte wahr ist oder nicht, ist hier zweitranging. Wichtiger ist die Botschaft dahinter: Es ist die Idee, dass eine Belegschaft die einen höheren Zweck hinter ihrer Arbeit erkennt, motivierter arbeitet – Das ist Mitarbeitermotivation ohne eine Gehaltserhöhung.

Eine Umfrage ergab, dass die Arbeit an einem klar definierten Zweck für Angestellte ’nur‘ an zweiter Stelle steht – aber direkt hinter Gehalt und Bonus und somit noch vor Auftsiegsmöglichkeiten, Verantwortung im Job und einer guten Arbeitsumgebung. Mehr als 60% der Mitarbeiter gaben an für einen ehrenhaften, höheren Zweck ihrer Arbeit die „extra Meile“ zu gehen, also Überstunden und Mehrarbeit zu leisten. Fast die Hälfte der Angestellten würden sogar auf einen Teil ihres Gehalts verzichten, wenn sie für eine Firma mit einem (für sich selbst oder die Menschheit erkennbaren) bedeutsamen Zweck arbeiten könnten.

Das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG gehört zu den vier großen Playern in der Branche und wollte die Erkenntnis, dass Mitarbeiter mehr wollen als das, was sie mit ihrem Gehaltscheck bekommen, für sich nutzen. KMPG wollte den eigenen Mitarbeitern den Wert ihrer Arbeit abseits von Zahlen und Diagrammen zeigen. In Umfragen unter der Belegschaft und Researches in der Unternehmensgeschichte wurde zusammengetragen, was KPMG bereits geleistet hat. Dies reichte aber nicht aus, denn die Mitarbeiter sollten nicht nur gezeigt bekommen, was das Unternehmen gemacht hat, sondern die Mitarbeiter sollten für sich feststellen, welche hehren Ziele durch ihre Arbeit bisher erreicht wurden und in Zukunft erreicht werden. KMPG fragte ‚Was tun Sie bei KMPG?‘ und antwortete selbst mit einer Videobotschaft: ‚Wir formen Geschichte‘:

Das Video zeigt, welche Rolle das Unternehmen in wichtigen historischen Ereignissen spielte und zeigte so auf eindrucksvolle Weise den bestehenden Mitarbeitern und interessierten Bewerbern, was die Firma bisher geleistet hat.

Zudem bekamen die Mitarbeiter ein Tool an die Hand, mit dem sie ihre eigene Geschichte auf ein Plakat drucken konnten. Das Ziel war innerhalb von 6 Monaten 10.000 Geschichten aus dem eigenen Haus zu bekommen – nach Ablauf der Zeit waren es 42.000 Geschichten. Erstellt vom Praktikanten bis zum Vorsitzenden.

kpmg

Quelle: KPMG

Die Zufriedenheit stieg im Laufe der Zeit, wie sich durch Umfragen unter der Belegschaft beweisen ließ: Nach den ersten 6 Monaten dieser Kampagne sagten 85% der Befragten, dass die KPMG ein guter Platz zum arbeiten sei, ein Jahr später waren es 89%. 60% der Befragten gaben an, dass sie nach der Kampagne Stolz seien bei KMPG zu arbeiten. In der Umfrage sagten 76% auch, dass ihr Job ‚einen tieferen Sinn‘ hat – das sind 6% mehr als bei den anderen vier großen Playern im Beratungsbusiness.

 

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